Die lange Hoffnung, Medienwerkstatt Freiburg, 1984, 86 Min. Farbe
(Spanischer Bürgerkrieg) von Stepfan Krass, Sprecherin Ulrike Kriener
"Die lange Hoffnung ist ein Beitrag zur Rehabilitierung des verfemten Begriffs "Anarchismus", der in der BRD gleichgesetzt wird mit Terrorismus, in Spanien "schlimmer ist als Kommunismus", dessen ehemalige Anhänger und Kämpfer - sofern sie überlebt haben - langsam alle wegsterben. Niederlagen, Alter und Krankheit. Und doch verkörpern beide ein Stück Kontinuität, lebendige Geschichte der anarchistischen Bewegung, die nichts gemein hat mit der Kurzlebigkeit vieler politischer Bewegungen heute. So ist die Geschichte des Films im doppelten Sinn Geschichte: zwei alte Kämpfer suchen die Stationen ihrer Vergangenheit, versuchen Wirklichkeit zu rekonstruieren und erleben ein Spanien, in dem diese Geschichte unterschlagen wird. In der offiziellen Geschichtsschreibung, sowie bei allen Beteiligten wurden sie durch 40 Jahre faschistischen Franco- Terror zum Schweigen gebracht. Man kann Zahlen nennen, Daten, Namen und Ereignisse, objektive Fakten - aber wenn Clara an der ehemaligen Frontlinie am Ebro steht, kann man auch sehen, wie sie sich erinnert: an die Hitze und wie die Milicianos versuchten, sich mit Wasser abzukühlen und wie die anderen, die Faschisten, "schossen wie verrückt". Das, woran sie sich erinnern kann, wird als Dokunentarmaterial, meist aus alten Wochenschauen, mit verarbeitet, mit der ganzen Gespenstigkeit der unwahrscheinlichen Objektivität solcher Bilder. Ohne langweilig zu sein, läßt der Film den Beteiligten viel Zeit. Durch eine verweilende Kamera, die auf Gesten und angefangene Bewegungen achten kann, schafft er behutsame Bilder, aus denen Schweigen und spontan Gesagtes nicht einfach wegzensiert wird. Die zum Verständnis notwendigen Hintergrundinforraationen kommen sparsam, ohne dröge
Lesetexte zu sein, fast erzählt."
Beschreibung aus: MZR Verleihkatalog 1984/85, S.70
Ist Frieden Verfassungsfeindlich? Medienwerkstatt Franken, 1982, 60 Min.
Ein Aufnahmeteam des schwedischen Fernsehens zeichnet die Geschichte des Lehrers Bitterwolf in der BRD nach. Bitterwolf wurde aufgrund seiner Mitgliedschaft in der Deutschen Friedensunion (DFU) mit Berufsverbot belegt. Das Fernsehteam folgte der Spur des antifaschistischen und antimilitaristischen Widerstands und gelangte bei der Rekonstruktion des Falles mit der aktuellen Friedensbewegung wieder in die Realität der Gegenwart.
Beschreibung aus dem mz:R Verleihkatalog 1984/85, S.30
Derr Film enthält dokufiktionale Szenen, z.B. wird zu Beginn des Films die Anhörung vom 07.November 1978 anhand der Protokolle nachgestellt. Der Film wurde deutsch synchronisiert.
Interessant ist der eingesprochene Schlusskommentar der schwedischen Filmemacher der Peter Nestler und Kristian Romare Produktion für das "2 FAKTA" Format des schwedischen Fernsehens: "Von hier werden wir nach Hause zurückkehren. Aber wir sind alle vereint, in unserem Friedenskampf, weil die Völker nur durch die internationale Abrüstungsbewegung die Bombe zerstören können bevor die Bombe die Völker zerstört. Nein zu Atomraketen und Neutronenbomben." (Filmzitat: Abschlusskommentar).