Die Moderatoren Heike Klaes und Ralf Kowalewski begrüßen den Schriftsteller Michael Molsner im Studio. Er wird als Pionier des modernen deutschen Kriminalromans ("neue deutsche Krimiwelle" der 70er/80er Jahre) eingeführt.
Im Interview blickt Molsner auf seine Anfänge als Gerichtsreporter in München zurück, wo er unter anderem den spektakulären Prozess gegen Vera Brüne begleitete. Diese Erfahrungen motivierten ihn, über die reine Faktenberichterstattung hinaus fiktionale Literatur zu schreiben, um die "Wahrheit hinter den Prozessen" darstellen zu können. Er diskutiert seine literarische Philosophie, die sich stark von der eindimensionalen "U-Literatur" (Groschenromane) abgrenzt und stattdessen auf Charakterentwicklung und gesellschaftliche Relevanz setzt.
Molsner liest eine Passage aus seinem Roman Starker Zauber. Die Szene schildert den Besuch eines Journalisten bei einem zum Tode verurteilten Freund in einem texanischen Gefängnis.
Ein wesentlicher Teil des Gesprächs dreht sich um Molsners Konflikte mit dem etablierten Literaturbetrieb. Er berichtet, wie Lektoren bei großen Verlagen (Rowohlt, Fischer) seine Manuskripte ablehnten oder Probleme bekamen, weil diese als zu politisch oder linksradikal (Thematisierung der 68er-Bewegung, "Autos anzünden") empfunden wurden. Zudem erzählt er Anekdoten von seiner Zusammenarbeit mit dem Regisseur Wolfgang Staudte an einem Tatort-Drehbuch und der Diskrepanz zwischen sozialistischem Anspruch und realem Luxusleben.
Zusätzlich rezensieren die Moderatoren zwei Neuerscheinungen:
Der Code der Apostel von Roman Rausch (Kirchenthriller um einen Papyrus).Das Hagebuttenmädchen von Sandra Lüpkes (Ostfrieslandkrimi).
[KI Generierte Zusammenfassung anhand der Transkription]
Eric Joel Chauvistre